Seid albern!

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Manche Schildermacher strotzen beim Schildermachen scheinbar nur so vor
Manche Schildermacher strotzen beim Schildermachen scheinbar nur so vor Albernheit.

Tage, an denen fast nichts läuft, wie es soll, erkennt man bei mir manchmal an einer gefährlichen Axtmörder-Miene, viel häufiger jedoch an einer Tendenz zu gar schröcklicher Albernheit. Dann fallen mir Doppeldeutigkeiten wie diese hier auf:

Oder ich lache über Dinge, die so skurril sind, wie dieser wunderbare Tweet:

Und wenn ich mich mit Freunden treffe, müssen die ertragen, dass ich mich mit Vorliebe über schlechte Witze ausschütte und – noch schlimmer – selbst welche mache. Meine Freunde kennen das und nehmen es zumindest hin (vielleicht, weil sie auch die Axtmörderin kennen …), oft genug lachen sie jedoch mit (danke!).

Unterbewertete Albernheit

Ich finde ohnehin, dass Albernheit unterbewertet wird. Dabei könnte man durch sie viele Konflikte lösen – indem man sie einfach weglacht. Wer lacht – und ich meine, so richtig! –, kann nicht mehr sauer, stinkig, böse sein.

Stattdessen kommen von anderen oft Kommentare wie „Sei doch nicht so albern“, wenn jemand herumalbert, kichert, aus vollem Herzen lacht und damit vielleicht versucht, sich das Leben zu erleichtern.

Schlimmes Gekicher?

Doch was ist eigentlich so schlimm am Albernsein? Ja, es kann vielleicht nicht jede(r) mitlachen, und ja, manche Menschen mag es peinlich berühren, wenn ihre Begleiter sich vor Lachen fast auf dem Boden wälzen oder gackern, als legten sie zwei Eier auf einmal.

Aber ist es schlimm, wenn man über etwas lacht, obwohl es vielleicht gar nicht so lustig ist, man aber gerne lachen möchte? Ist es schlimm, zu lachen und albern zu sein, weil man seine Sorgen für kurze Zeit vergessen möchte? Oder ist es schlimm aufzufallen, weil man lacht? Albernheit tut doch niemandem weh, solange sie nicht auf Kosten von Personen geht, die damit nicht umgehen können.

Missliebige, missmutige Miesepetrigkeit*

Ich mag lachende Menschen jedenfalls lieber, als solche, die missmutig vor sich hinstarren und das Leben für eine todernste Angelegenheit halten. Ich finde auch, es gibt Schlimmeres, als durchs Lachen aufzufallen. Und ich verstehe diejenigen nur zu gut, die versuchen, schwierige Situationen mithilfe eines Lachens zu meistern.

Natürlich kann ich nicht immer mitlachen. Muss ich auch nicht, mich zwingt ja niemand. Sollte es mir mal zu albern werden, kann ich gehen. Meistens jedoch bleibe ich, weil Lachen wie eine Krankheit ist: ansteckend.

* Ja, fiese Alliterationen sind auch albern. Macht aber nix!

8 KOMMENTARE

  1. Du fragst „Aber ist es schlimm, wenn man über etwas lacht, obwohl es vielleicht gar nicht so lustig ist, man aber gerne lachen möchte?“

    Das kann schon sein, ja. Zum Beispiel, wenn jemand über etwas spricht, was ihn bedrückt, ihm Sorgen und Kummer bereitet, ganz ernsthaft. Da sollte man sich etwas zurückhalten, finde ich, weil man dem anderen allzu leicht das Gefühl geben könnte, man nähme ihn nicht ernst.

    • Katja, das ist für mich selbstverständlich. Deshalb ja auch der Satz „Albernheit tut doch niemandem weh, solange sie nicht auf Kosten von Personen geht, die damit nicht umgehen können.“ Das, was du sagst, bezieh ich da mit ein.

  2. Ja bitte, mehr Albernheit! Lachen lüftet, Albernheit ist so ein gutes Mittel, um Spannungen, Ängste, Probleme zu relativieren! Danke für diesen schönen Artikel, der mich für heute schon mal gut gelüftet hat 🙂

  3. Das erinnert mich daran, dass ich dringend eine Geschichte bloggen muss. Vor einem Jahr meinte meine miesepetrige und streitgeile Nachbarin nämlich wutschnaubend: Sie, Sie, Sie können ja nur eins: Lachen!“
    Hab ich gegröhlt…. 😀

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