Schöner leben ohne Hass

4
Das Gegenteil von Hass ist Liebe.
Das Gegenteil von Hass ist Liebe.

Igitt, schon wieder so ein nachdenklicher Beitrag. Tschuldigung, muss aber sein. Die Nachrichten der letzten Zeit sind nicht so, dass man sich freuen kann, heute zu leben (okay, okay, während des Mittelalters und während der Steinzeit war auch nicht alles toll). Aber wir haben nur dieses eine Leben und wir leben nun mal heute. Dieses Heute sollten wir uns so schön machen, wie es geht.

Doch wie man sich das Leben schön macht, hat ein großer Teil der Menschen offenbar vergessen – jedenfalls danach zu urteilen, wie viele von ihnen heute Hass verbreiten. Hass trägt nämlich kein bisschen dazu bei, es sich schön zu machen.

Im Teufelskreis der schlechten Gefühle

Hey, ihr Hassenden da draußen: Auf wen seid ihr eigentlich so wütend? Und was bringen euch euer Hass, eure Wut, euer Neid? Keines dieser Gefühle ist die Antriebsfeder für das Schöne, das auch ihr euch wahrscheinlich für euer Leben wünscht. Ganz im Gegenteil: Diese Gefühle sorgen dafür, dass es euch schlechter geht, denn sie machen einsam. Niemand gibt sich gern mit Menschen ab, die hassen – das sorgt bei anderen ebenfalls für schlechte Gefühle.

Hass macht, dass sich Menschen die Köpfe einschlagen und wunderschöne Landstriche verwüsten, sodass niemand mehr seines Lebens sicher ist. Außerdem ruft Hass wieder Hass hervor. Denn warum soll ich einen Menschen mögen, der mich hasst? Er mag mich ja auch nicht. Obwohl er mich vielleicht hätte mögen können, hätte er mich näher kennengelernt – und umgekehrt.

Einfach nur leben

So viel Hass überall – und dabei wollen die meisten Menschen auf dieser Welt eigentlich nur leben. Vielen würde es schon reichen, genug zu essen, zu trinken und ein Dach über dem Kopf zu haben, zufrieden zu sein und ohne Angst aus dem Haus gehen zu können. Doch all das verhindert der Hass.

Angst, Motor des Hasses

Hass ist bei uns derzeit allgegenwärtig – und oft ist die Angst sein Motor. Menschen hassen andere Menschen, weil sie Angst haben, dass sie ihnen etwas wegnehmen könnten. Einige befürchten, dass sie das Wenige teilen müssen, das sie haben. Manche haben Angst, dass ihnen eine fremde Lebensweise aufgezwungen werden könnte. Andere haben schlichtweg Angst vor dem Neuen, dem Fremden oder vor Veränderung.

Von oben nach unten

Aus dieser Angst erwächst wieder Hass. Und der richtet sich in vielen Fällen nicht direkt gegen die Verantwortlichen, die aus Machtgier oder einer Ideologie heraus die Misere verursacht haben. Sondern gegen die, die greifbar und oft noch ärmer dran sind (und damit das klar ist: Ich meine hier nicht nur Flüchtlinge). Ganz häufig geht Hass von oben nach „unten“: gegen die vermeintlichen „Sozialschmarotzer“, das „faule Pack“, gegen Hartz-IV-Empfänger, Kranke, Alleinerziehende, Behinderte, Obdachlose. Vielleicht, weil von unten weniger Gegenwehr zu befürchten ist?

Die Hassfalle

Schöner aber wird das eigene Leben durch Hass nicht. Das gilt im Übrigen auch für all diejenigen, die Menschen, die Hass verbreiten, als hirnverbrannte Idioten, unterbelichtete Blödmänner und Schlimmeres bezeichnen. Damit tappen sie nämlich in die Hassfalle: Statt gegen den Hass vorzugehen, schüren sie ihn selbst.

Hass abhaken und an sich selbst denken

Als Folge jedoch darauf zu beharren, jeder Mensch müsse alle anderen akzeptieren, ist zu viel verlangt. Haut nicht hin. Ist klar. Viele sind sich selbst die Nächsten und sogar milder Gestimmte begegnen immer wieder Menschen, mit denen sie – vorsichtig ausgedrückt – nichts anfangen können. Unabhängig davon haben aber selbst Menschen, denen das Wohlbefinden anderer am A…llerwertesten vorbeigeht, das Ziel, zufrieden oder (zumindest zeitweilig) sogar glücklich zu sein. Hass verhindert das. Ihm abzuschwören bedeutet also, sich selbst etwas Gutes zu tun, sich das Leben schön(er) zu machen. Wenn schon nicht für andere, dann wenigstens für sich selbst.

4 KOMMENTARE

  1. Ach, liebe Simone, du sprichst hier ganz vieles aus, was ich auch schon so oft gedacht habe…. zum Teil exakt mit den gleichen Worten! Danke dafür! Manchmal frage ich mich, ob die Welt nicht einfach zweigeteilt ist: Auf der einen Seite die, die so denken wie wir. Und die andren. Keine Ahnung, wann sich diese Trennung vollzogen hat, wie und warum. Das Schlimmste aber ist: Es scheint, als hätten wir gar nichts Gemeinsames mehr, nicht das Denken, nicht die Sprache…. Nur die Ängste, die einen uns. Weil wir aber so was Unterschiedlliches draus machen, trennen sie uns auch gleichzeitig vollständig voneinander. Da fehlt mir dann echt die Fantasie (und davon hab ich eigentlich viel…), wie das wohl je wieder zusammen zu bringen sein könnte, wenigstens ein Aufeinander-Zugehen….
    Liebe Grüße
    Maria

    • Ich bin immer dafür, dass sich Fronten nicht zu sehr verhärten, sondern dass man möglichst im Gespräch bleibt. Ist manchmal schwierig, hin und wieder klappt es auch nicht, aber versuchen kann man es ja.

  2. @Simoine „abhaken und an sich selbst denken“, das ist der Satz der mich am meisten anspricht. Wir leben in einer schnelllebigen Mediengesellschaft, in der wir mit (mehrheitlich) schlechten Nachrichten bombadiert werden. Kein Mensch kann das alles verkraften, und oft genug möchte man verzweifeln weil man nicht weiß ob und wie man helfen kann.

    @Maria „trennen sie uns auch gleichzeitig vollständig voneinander“, genauso scheint es momentan zu sein. Das große Europa scheitert total, einzige Gemeinsamkeit bleibt bald nur noch der gemeinsame Einkauf von Stacheldraht für die neuen Zeune. Und innerhalb unserer Gesellschaft entwickelt sich ein immer tieferer Riss.

    Da muss wohl jeder seinen eigenen Weg finden, aufpassen dass die Angst nicht die Seele auffrisst, versuchen den gesunden Mittelweg zu finden. Andere Menschen sind wichtig, man selbst aber auch. Ich kenne das aus eigener Erfahrung, immer nur Beruf und Arbeit, und immer weniger Zeit für das Hobby. So habe ich heute früh Feierabend gemacht, werde mal wieder in meine weibliche Rolle schlüpfen und ein paar Fotos machen, und anschließend habe ich meinem Schatz versprochen etwas Leckeres zu kochen.

    • Was anderes, als abzuhaken, tut einem auch auf Dauer nicht gut. Man kann sich zwar mal ne Runde ärgern (macht man ja eh), aber dann sollte man sich lieber auf alles Schöne konzentrieren, wie du das ja auch hoffentlich nach dem Kommentar getan hast!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here