Nicht die Zielgruppe für Wunder

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Ohne Worte
Ohne Worte

Trauer, Verzweiflung, Angst, aber auch Wut, Mitgefühl und ganz viel Liebe – die letzten Wochen waren eine Zeit der großen Gefühle. Den Tod meines Mannes und zugleich besten Freundes mitzuleben (die eine lebt weiter, während der andere stirbt), war unglaublich schwer und ist es noch. Dort, wo vor Kurzem noch Leben und Lachen waren, ist jetzt Stille, sind jetzt nur noch Erinnerungen. Und an manche Erinnerungen mag ich mich noch nicht erinnern, weil das Erinnern zu weh tun.

Viel zu wenig Zeit

Mein Mann ist gestorben. An Krebs. Einem Krebs, den die Medizin – wäre er früh genug entdeckt worden – hätte heilen können. Aber er hatte schon gestreut, so dass für eine Heilung ein Wunder nötig gewesen wäre. Doch Wunder sind selten und wir gehörten nicht zur Zielgruppe. So blieb uns nur die Hoffnung auf geschenkte Zeit. Viel zu wenig Zeit, wie sich herausstellte. Doch das ist wohl immer so.

Anstrengung

Die letzten Wochen waren anstrengend. Für den Menschen, mit dem zusammen ich alt werden wollte, für uns andere, für mich. Zunächst das Krankenhaus. Ich hätte mir nicht vorstellen können, wie sehr drei Wochen Klinik einen Menschen verändern können. Als ich ihn dorthin brachte, konnte er laufen, war am Tag zuvor noch Rad gefahren. Zurück kam er mit dem Liegendtransport. Querschnittgelähmt und mit Schmerzpumpe.

Glück

Trotzdem war ich glücklich, ihn zu Hause zu haben. Und auch er war erleichtert, selbst wenn er es nicht zugeben konnte. Denn er hatte befürchtet, uns mit seiner Anwesenheit, mit dem, was ihn erwartete, zu belasten. Doch man merkte ihm seine Erleichterung spätestens in dem Moment an, in dem er aufatmete, als ich ihn bat, sich nicht für eine weitere Chemotherapie ins Krankenhaus transportieren zu lassen. Eine Chemotherapie, die die Ärzte nur auf seinen Wunsch durchgeführt hätten, ohne die Hoffnung, durch sie weitere Zeit zu gewinnen. Ich hätte es nicht übers Herz gebracht, ihn noch einmal ins Krankenhaus bringen zu lassen. Die Wochen dort waren für mich schrecklicher als das meiste, was danach kam.

Abschied

Damit niemand denkt, ich sei die ganze Zeit, in der er zu Hause war, glücklich gewesen: Nein, war ich nicht. Trotz Hilfe durch einen Pflegedienst war ich zwischendurch wütend, angestrengt, verzweifelt, traurig und natürlich ängstlich – das volle Programm. Trotzdem war ich auch froh. Froh, dass mein Mann bei uns war, wir miteinander reden und gründlich Abschied nehmen konnten, dass wir – seine Familie und seine Freunde – noch etwas für ihn tun konnten. Und sei es nur zu zeigen, dass wir ihn nicht allein lassen, sondern auf seinem Weg so weit begleiten, wie es uns möglich ist.

Sterben

Nach einer knappen Woche war es dann so weit: Er war kaum noch ansprechbar, sondern dämmerte langsam weg. Es war tatsächlich ein Wegdämmern, ein Hinübergleiten in das Danach. Wobei gleiten vielleicht nicht ganz das richtige Wort ist, denn das Sterben war zwischenzeitlich anstrengend und schweißtreibend. Aber obwohl das Sterben auch harte Arbeit war, eines kann ich mit Gewissheit sagen: Schmerzhaft war es nicht. Als der Arzt ihn am vorletzten Tag fragte, ob er Schmerzen habe, erwachte er noch einmal kurz aus dem Dämmerschlaf und antwortete mit einem deutlichen Nein. Zwar atmete er mal schneller, mal setzte die Atmung für eine Weile aus, bis sie sich wieder normalisierte, doch Schmerzlaute oder andere Anzeichen, die auf Schmerzen hingedeutet hätten, gab es nicht.

Tod

Als die Atmung an seinem Todestag schließlich zu rasseln begann, war mir klar: Es würde nicht mehr lange dauern. Das Atemgeräusch, das auf den nahenden Tod hindeutet, war unverkennbar – wer es einmal gehört hat, vergisst es nie wieder. Zu sagen, dass ich in dieser Situation furchtlos gewesen wäre, wäre eine glatte Lüge: Ich steckte bis oben hin voll Adrenalin und war angespannt wie selten in meinem Leben. Das führte wohl auch dazu, dass ich mir beim Abschneiden einer Scheibe Salami die halbe Daumenkuppe einschnitt. Schmerzte wegen des vielen Adrenalins zwar nicht, hörte aber erst nach dem fünften Druckverband auf zu bluten und klaffte auf. Ich musste zum Arzt.

Es fiel mir schwer, meinen Mann zu verlassen (allein ließ ich ihn nicht, sein Bruder war bei ihm), doch die Wunde musste versorgt werden. Kaum war ich beim Arzt angekommen, klingelte mein Telefon. Sein Bruder sagte mir, mein Mann sei gestorben. Die Viertelstunde, die ich fort gewesen war, hatte er genutzt, um sich davonzumachen. Leise. Er hatte einfach aufgehört zu atmen.

Mir wurde gesagt, das sei häufig so. Menschen sterben, wenn die Hauptbezugsperson nicht im Raum ist. Vielleicht musste ich mir in den Daumen schneiden, sonst hätte ich ihn ganz sicher nicht allein gelassen. Aber wer weiß das schon? Es ist jedenfalls okay so, wie es ist.

Hoffnung

Ich hoffe, dass wir uns irgendwann einmal wiedersehen. Ach was, ich glaube daran. Energie geht nicht verloren und davon hattest du mehr als genug. Adieu, mein Freund, mein Geliebter, mein Zuhause. Bis zum nächsten Mal.

54 KOMMENTARE

      • Liebe Simone,
        seitdem ich deinen wortlosen post der Todesanzeige las, hab ich immer wieder ganz intensiv an dich und deinen unersetzlichen Verlust gedacht. Ich bin bewegt und traurig und hab die Postkarte an dich noch nicht schreiben können … Wie stark und stärkend dieser Text nun über deinen, über euren schweren und doch auch tröstlichen Abschied zuhause. Erinnerungen an den Tod meines Papas im letzten Jahr, den ich zuletzt aus dem Krankenhaus zum Sterben nach Hause geholt habe – weil ich es unbedingt so wollte, für ihn und auch für mich. (Nein, kein Vergleich mit dem erzwungenen Loslassen-Müssen, das du und dein Schatz nun vollbringen musste(s)t … mein Pa war 83 und durfte ohne langes Siechtum gehen.)
        Wie gut versteh ich also, dass du deinen Mann zurück zu dir und in euer Heim geholt hast – ihn nah bei dir und euch haben wolltest.
        So sehr hätte ich euch mehr Zeit gewünscht, ich hätte euch ein Wunder gewünscht! Leider hilft wünschen nicht immer … Trotzdem wünsche ich weiter. Dass deine Erinnerungen nach und nach wiederkommen und da sein können, ohne zu schmerzen; dass du ein wenig durchatmen kannst, und dich in den vielen wohlmeinenden Grüßen und Umarmungen aufgefangen fühlst; dass du das Energie-Band zu deinem Lebens-Gefährten immerfort spürst (in deinem Schreiben spüre ich es ganz enorm) und ich wünsche DIR: dass ihr euch wiederseht, ein Stück hinter dem Horizont.
        Fühl dich in den Arm genommen, liebe Simone. Fest und so lange du magst.
        Jutta

  1. Liebe Simone, ich bewundere dich für deine Kraft, die aus jedem deiner Worte spricht. Und auch ich danke dir – solche Berichte machen all jenen Mut, die einen solchen Abschied vom Leben und Liebsten noch nicht selbst erlebt haben. Du zeigst uns mit deinem Text eindrucksvoll, was oft so lapidar daher gesagt wird: „Der Tod gehört zum Leben und das Leben geht einfach immer weiter.“
    Es ist und bleibt ein Kreislauf. In Gang gehalten von eben jener Energie, die niemals verloren geht. Daran glaube auch ich.

    Ich umarme dich.

  2. Danke, dass Du daran teilhaben lässt, Simone. An Deinem Erleben, gefasst in Worte, die so stark sind, dass man sich bei allem Schrecken beschenkt fühlt.
    Ich habe das Sterben meiner Schwiegermutter bei uns zu Hause eins zu eins – bis hin zum Rasseln, bis hin zu der Viertelstunde, die mein Mann, ihr nächster Mensch, nicht bei ihr sein musste – genauso erlebt. Nur natürlich den Schmerz nicht, obwohl sie die beste Freundin war, die ich je hatte und ich sie bis heute vermisse, aber ihr Sohn, mein Mann, blieb ja bei mir.
    Ich finde es stark und schön, dass Du über die Liebe weiter schreibst, auch wenn der Tod sich dazu und darüber drängt. Ich finde es voller Respekt vor dem Leben.
    Dass Du ohne Deinen Geliebten weitergehen musst, ist mehr Schmerz, als ich mir vorstellen kann. Wenn es irgendetwas gibt, mit dem Wildfremde (ich) Dir im Mindesten guttun können – bitte lass es mich wissen.
    Mein Beileid.
    Charlie

  3. Liebe Simone, da sitze ich und weine ich mit dir, ohne Trost für Dich zu haben. Den Partner zu verlieren, gehört wohl zu den aller schwierigsten und schmerzhaftesten Erfahrungen des Lebens. Als Krankenschwester kann ich Dir sagen, dass es tatsächlich oft so ist, dass die Menschen gehen, wenn der Ihnen naheste Mensch nicht im Raum ist. Der Schnitt in den Finger musste wohl sein, für Euch beide.

    Ich nehme dich virtuell in den Arm!

  4. Liebe Simone,
    mir tut dein Verlust unheimlich leid. Mir fehlen einfach die Worte…..
    Doch wünsche ich dir und deinen lieben ganz viel Kraft, mit der Trauer umzugehen.
    Ganz liebe Grüße
    Thorsten

  5. Liebe liebe Simone, das hast du wunderbar geschrieben und beschrieben. Und es ist gut, dass du es gemacht hast. Ich habe die vergangenen Wochen viel an dich gedacht. Du hast so viel Kraft und Energie gehabt und gelassen. Ich bin ganz sicher: Irgendwann, irgendwo gibt es ein Wiedersehen mit deinem Freund und Geliebten.
    Ich fühle mit dir und drücke dich fest.

  6. Gelesen mit Tränen in den Augen. Ich kann es mir überhaupt nicht vorstellen. Aus jedem deiner Worte spricht so viel Liebe. Und so viel Mut. Danke für deine Offenheit. Ich denke oft an dich und wünsche dir weiterhin die Kraft, die du brauchst. Und liebe Menschen in deinem Umfeld, die dich halten können, wenn du das brauchst. Alles Liebe!

  7. Puh, liebe Simone, wir kennen uns „nur“ virtuell, meine Tränen aber sind echt und unsere Verbundenheit seit dem ersten Kontakt auch!

    Genau wegen dieser nicht vorhandenen Wunder lohnt es sich, jeden Tag zu leben und zu genießen, weil niemand weiß, was noch kommt!

    Wünsche Dir viel Kraft! Petra

  8. Liebe Simone, wie unendlich traurig, ich heule hier und denk an dich. Wie unendlich warm du das alles in Worte fasst. Schreiben ist für mich eine Erleichterung in schwierigen, emotionalen Situationen. Ich hoffe, es geht dir auch so. Alles Liebe dir und deiner Familie, fühl dich umarmt!

  9. Liebe Simone,
    was für ein Glück hatte dein Mann, dich an seiner Seite zu haben bis zum letzten Tag. Dass er ging, als du kurz beim Arzt warst – das kommt mir so bekannt vor. Beide meine Großmütter passten Momente ab, in dem die jeweils am Bett wartende Tochter auf die Toilette musste.
    In dir und durch eure Jungs lebt dein Mann weiter. Und ja, die Liebe und Energie, sie bleiben.
    Danke, dass du deine Gefühle und Erfahrungen mit uns teilst. Auch ich weine mit dir und wünsche deinen Jungs und dir ganz viel Kraft.

  10. Liebe Simone,
    du weißt, dass ich mit dir weine. Du weißt, dass ich zumindest in Ansätzen verstehen kann, wie es dir geht.

    Ich weiß nicht, ob ich dir wünschen soll, dass dieses Weinen, dieses Erinnern, bei dir schneller vorbeigeht als bei mir (und ich stecke neun Monate nach dem Tod meines Mannes noch mittendrin). Denn das Erinnern ist auch wichtig, finde ich. Das nachträgliche Abschiednehmen. Dieses unvermutete, unbedachte „Guck mal, du“ – ach nein, du bist ja nicht mehr da … Das gedachte „Erinnerst du dich auch noch?“ mit der resignierten Antwort: Vielleicht, aber du kannst es mir nie mehr sagen. Die ganze große Liebe, die in Tränen kondensiert, die deinen hohl gewordenen Körper füllt und von innen auf der Haut zu brennen scheint. Es tut weh, ja, aber solange es weh tut, ist da noch etwas, etwas, das ich jedenfalls im Moment noch nicht missen möchte.

    Seltsam finde ich, dass viele Leute gern zu Hause sterben wollen, dass auch du dankbar bist, dass dein Mann zu Hause gestorben ist. Es ist schön zu wissen, dass dem so ist, auch wenn ich persönlich das niemandem antun möchte und sehr dankbar bin, dass mein Mann im Krankenhaus sterben durfte, wo er bis zuletzt jede Hilfe bekam, die die moderne Medizin zu bieten hatte.

    Das Röcheln, an dem man das Sterben erkennt? Kenne ich das? War das wohl das Röcheln, das ich bei meinem Mann feststellte, als ich die 112 anrief? Vermutlich. Damit hat vermutlich sein Sterbeprozess eingesetzt. Ich nannte es „Reste von Spontanatmung“, aber vielleicht ist es dasselbe. 30 Stunden später war er ja tot. Als die Geräte abgeschaltet wurden, waren wir nicht im Zimmer, unsere Tochter und ich, wir mussten es verlassen. Aber er war schon vorher gegangen, das spürten wir beide genau. Wie gut es tut, noch einmal „UNSERE“ Tochter geschrieben zu haben! Inzwischen habe ich mich schon daran gewöhnt, „MEINE“ Tochter zu sagen und zu schreiben und zu denken.

    Ich weiß nicht, was ich dir wünschen soll. Dass du dein Leben meisterst. Dass du für deine Kinder da sein kannst. (Oh, das fällt mir bei meiner erwachsenen Tochter schon manchmal schwer, wenn sie von Kummer über den Tod ihres Vaters gepackt wird! Und bei meiner Enkelin! Es ist soooo schwer, als Mama und Oma NICHT trösten zu können!!!) Dass du „funktionieren“ kannst für die anderen – und trotzdem auch sein kannst, wie du dich gerade fühlst. So verzweifelt und wütend und traurig und leer.

    Aber bitte nicht hoffnungslos! Wenn du das zu spüren beginnst, denk bitte dran, dass es neben dem Texttreff noch Trauerberater/innen und die Telefonseelsorge gibt. Ich habe mir für mich die Nummern jedenfalls aufgeschrieben, wenn ich sie zum Glück auch bisher nicht gebraucht habe.

    Ach, Simone.
    Ich wünschte so sehr, die Welt wäre ein wenig weniger trostlos!

    Mit ganz lieben Grüßen aus Rom
    Elke
    —-
    Elke H. Speidel, M.A.
    (elk) Redaktionsbüro
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    Tel. 0251/932 950 67 * Mobil 0157 351 664 69
    E-Mail Elke.Speidel@elk-prverlag.de

    • Liebe Elke,
      an dich habe ich auch ganz oft gedacht. Die Erinnerung wird ohnehin immer bleiben, aber irgendwann wird sie nicht mehr so schwer sein, so traurig, sondern auch schön. Die Trauer? Ganz vergehen wird sie nie, sie wird zum Teil von uns werden. Aber da wird auch wieder Hoffnung sein. Auf schöne Momente. Die ja auch jetzt schon da sind. So empfinde ich es zumindest.

      Warum ich es schön fand, dass mein Mann zu Hause starb, kann ich ganz genau sagen. Für mich (und ich hoffe, dass meine Kinder das später ähnlich empfinden und mein Mann es auch so empfunden hat) war es eine unglaubliche Erleichterung, nicht mehr in diese sterile Krankenhauswelt eintauchen zu müssen, wo man ohnehin nicht mehr für ihn tun konnte, als es uns auch zu Hause möglich war. Ich habe jedes Mal Bauchschmerzen bekommen, wenn ich ins Krankenhaus gefahren bin und es dann wieder verlassen habe. Einfach, weil ich meinen Mann allein lassen musste. Denn im Krankenhaus zu bleiben, war wegen der Jungs keine Option. Hier zu Hause hatte er die gewohnte Umgebung, wir konnten die ganze Zeit bei ihm sein – so fiel das Abschiednehmen leichter. Und es ist so wichtig, richtig Abschied zu nehmen, auch noch vom Toten. Und zu sehen, dass der Tod nichts Schlimmes an sich hat – nur für die Überlebenden ist er furchtbar. Ich würde es jederzeit wieder so machen. Allerdings war das bei uns eben auch möglich. Und wir konnten uns auf den Tod ohnehin bereits vorbereiten, wir wussten, was auf uns zukommt. In Notfallsituationen geht das nicht.

      Aber es ist (für mich zumindest, ich kann ja nicht für alle Menschen sprechen) tröstlich gewesen, dass er hier war. Ich denke, wenn es möglich ist, sollte man in einer Situation wie der unseren darüber sprechen, was ein kranker Mensch und was die Angehörigen möchten und natürlich auch leisten können. Und dann gemeinsam entscheiden, was man tut.

      Liebe Elke, ich hoffe, dass Rom dir ein wenig Trost gibt. Und du irgendwann auch wieder trösten kannst.
      Ganz liebe Grüße schickt dir Simone

  11. Ups – Simone , lese gerade deine Zeilen … das tut mir schrecklich leid für dich ?. Ich wünsche dir viel Kraft und Stärke, um diese dunklen und schweren Momente zu überstehen !
    Mein Beileid und herzliche Grüße !

  12. Liebe Simone, auch ich weine, als ich deinen schönen, aber so unendlich traurigen Text lese, vor allem an der Stelle, an der klar wird, dass er ging, als du nicht da warst. Ich habe das auch schon oft gehört, und dennoch ist es herzzerreißend. Ich danke dir, dass du das aufgeschrieben und uns so hast teilhaben lassen, für mich ist es wichtig, mich immer wieder mit diesem Thema und meinen Ängsten auseinanderzusetzen und es hilft mir, dass du deine Erfahrungen teilst. Danke dafür. Ich denke an dich und umarme dich.

  13. Liebe Simone,
    ich weiß, dass es dir helfen wird, dass dein Mann friedlich bei dir zu Hause sterben konnte. Das war der letzte Dienst, den du ihm erweisen konntest.
    Unsere Geschichten ähneln sich (bis auf wenige Kleinigkeiten) sehr. Ich glaube, du hast es gelesen. Ich wünsche dir in der jetzigen Phase viel Kraft. Das Leben ist trotzdem schön und dein würde wollen, dass du es lebst – es ist kurz genug.
    Ich denke fest an dich.
    Alles Liebe
    Karin

  14. Liebe Simone,
    Dein Bericht berührt mich ebenfalls sehr, und ich sitze hier und weine. Es tut mir unendlich leid. Vielleicht ist es ein wenig tröstlich, dass Du und das gesamte Umfeld den Abschied Deines Mannes so würdig gestaltet habt. Ich denke an Dich.

  15. Liebe Simone,

    „die Energie geht nicht verloren“. Wie wahr das ist, merke ich, während ich hier sitze, mit einem dicken Kloß im Hals und tränentrüben Augen…. Ich schreibe das jetzt vor allem darum, weil du mir grad was ganz Wichtiges klar gemacht hast.
    Wir haben kurz nach der Beerdigung miteinander telefoniert. Und von Anfang an war ich glücklich darüber, wie KLAR deine Stimme klang. Das gesprochene Wort, das ganz direkt von dir kam, wirkte so völlig anders auf mich als das, was ich hier jetzt gefiltert durch Tastatur und Bildschirm und Weiß-nicht-was lese. Und das muss ICH sagen! Ich, die ich mein Leben lang an das geschriebene Wort geglaubt habe – und das noch immer tue.
    Deine Stimme aber, die war vor allem klar. Wie soll ich das jetzt beschreiben? Ich glaube, ich hab dabei was von der Energie gespürt. Die wir weitertragen können, ganz direkt und ungefiltert. In den Augen, der Stimme, unsren Körpern, in Geist, Gedanken und Gefühlen. Und ich weiß: genau das tust du. Darum wird sie nie verloren gehen, diese Energie – darf ich sagen: die „Energie der Liebe“? Denn genau das ist sie für mich.

    Danke, dass du so offen und großzügig teilst und mitteilst! Und ich schwöre mir grad, dass ich alles tun will, um diese Energie zu schützen, wo immer sie mir begegnet: bei dir, für dich, für uns alle. Wenn wir alle uns die Fähigkeit erhalten, diese Energie zu erkennen, wenn sie uns begegnet – auch in der tiefsten Trauer – dann besteht noch immer Hoffnung, für uns alle. Ich möchte dich gern in diesen Gedanken einschließen, wie in eine sanfte, duftende Schutzhülle, mit wedelndem Hundeschwanz und der Augenfarbe deines Mannes… Ich umarme dich!

    Maria

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