Kleine Dinge

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Kleine Dinge, die glücklich machen: die ersten Sonnenstrahlen
Kleine Dinge, die glücklich machen: die ersten Sonnenstrahlen

Es sind nicht immer die großen Dinge, die die größte Freude bereiten. Es sind auch nicht immer die großen Nackenschläge, die uns am längsten unten halten. Oft sind es diese klitzekleinen Nickeligkeiten, die einem das Leben vergällen, und es sind die kleinen Dinge, die es lebenswerter machen und dafür sorgen, dass wir auch schwere Zeiten irgendwie durchstehen.

Die großen Glücksmomente sind rar

Wenn ich so recht darüber nachdenke, wie viele Momente in meinem Leben besonders großartig waren, dann komme ich vielleicht auf fünf bis sechs. Auf fünf bis sechs Momente (die durchaus auch länger als nur einen Moment dauerten), in denen ich glücklich bis in die Fingerspitzen war, in denen alles gestimmt hat. (Okay, vielleicht waren es auch ein, zwei Momente mehr.) Das waren diese Augenblicke, die zum Großartigsten zählen, was dieses Leben zu bieten hat: die erste große Liebe, das Zusammenziehen mit dem richtigen Menschen oder die Geburt eines Kindes.

Für andere Menschen sind es vielleicht andere Ereignisse – vielleicht die Weltreise oder das Erreichen eines hoch gesteckten Ziels –, doch ich bin mir fast sicher, dass viele auch nur fünf bis acht Ereignisse nennen werden, wenn sie nach den größten Momenten ihres bisherigen Lebens gefragt werden. Eben nach den Momenten, in denen sie glücklich bis in die Fingerspitzen waren.

Was kommt nach dem Höhenflug?

So wunderbar diese Augenblicke sind: Sie sind wie ein Höhenflug, nach dem die nächste Landung umso härter erscheint – selbst, wenn sie durch das noch anhaltende Hochgefühl abgepuffert wird. Und obwohl ich uns allen noch möglichst viele dieser wunderbaren Glücksmomente wünsche, sind es im Alltag doch oft die kleinen Dinge, die gute Gefühle machen. Übrigens auch, wenn es gerade nicht rund läuft, und sogar dann, wenn man glaubt, alles stürze über einem zusammen wie die Häuser der drei kleinen Schweinchen, die aus Stroh und Holz gebaut waren.

Ich gebe zu, manchmal ist es verdammt schwer, diese kleinen Dinge wahrzunehmen. Doch wenn man gezielt nach ihnen sucht, sie am besten noch selbst herbeiführt, können sie sogar in den beschissensten Situationen helfen.

Kleine Dinge, die zufriedener machen

Was sind denn diese kleinen Dinge und wie bemerkt man sie?

Naja, für jeden sind sie wohl etwas anderes. Was zum Beispiel für mich gut ist, ist für andere vielleicht das Allerletzte. Trotzdem gebe ich mal ein paar Beispiele für die kleinen Dinge, die mir kleine Glücksmomente verschaffen:

  • Ganz in Ruhe einen Kaffee zu trinken.
  • Ein Brötchen oder Brot mit Butter zu essen und dabei auf jeden einzelnen Bissen und seinen Geschmack zu achten.
  • Mich von einem Sonnenstrahl an der Nase kitzeln zu lassen.
  • Einen langen Spaziergang über Wiesen oder durch den Wald zu machen und dabei genau darauf zu achten, was wie riecht.
  • Meine Nase nach dem Regen in eine Blume zu stecken.
  • Den Hund zu streicheln.
  • Mich über ein Lächeln zu freuen.

Sich auf das konzentrieren, was man tut

Glücksmomente verschaffen mir all diese kleinen Dinge jedoch nur, wenn ich mich darauf einlasse, sie auch wirklich wahrnehme. Mein Brötchen mit Butter zum Beispiel schmeckt mir dann am allerbesten, wenn ich nichts anderes tue als zu kauen, zu schmecken und zu schlucken – mich also ganz darauf konzentriere. Lese ich jedoch beim Essen die Zeitung oder beschäftige mich in Gedanken mit etwas anderem, esse ich „nur“. Dann sorgt das Butterbrot dafür, dass ich satt bin, doch es verschafft mir keinen Moment des Glücks oder wenigstens der Zufriedenheit.

Vielleicht ist das auch das Geheimrezept: Eine Sache ganz zu machen, statt viele auf einmal. Im Moment zu leben, so weit es eben geht. Sich auf die Dinge einzulassen, die man tut. Doch dauerhaft schaffen das wohl nur die Wenigsten von uns. Aber einige Augenblicke des Tages lassen sich auf diese Weise bestimmt zu schöneren Momenten machen.

2 KOMMENTARE

  1. ♥ dankeschön, für diese leisen weisen Worte. Ich werde zukünftig mehr auf die kleinen Glücksmomente achten und schnapp mir gleich mal einen Katerbuben zum Kuscheln. Das macht nämlich wirklich glücklich! 🙂
    Liebe Grüße
    ClauDia

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