Kindheits-Comic-Helden

3
Ausgabe der Zeitschrift
Überbleibsel aus den 1970ern

Dachbodenfunde. Dieses Wort liest man häufig bei Internetauktionen. Nämlich dann, wenn jemand Dinge verkaufen will, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Die sind dann gern auf dem Dachboden entdeckt worden.

Tja. Mein neuester Dachbodenfund ist ein Kellerfund. Ich habe eine Ausgabe der Zeitschrift entdeckt, die ich als Zehnjährige gelesen habe. Die Nummer 12 der „Melanie“, dem „Magazin für Girls“ aus dem Jahr 1975. Mit einem jungen Alice Cooper auf der Rückseite und einer Geschichte über Bernd Clüver. Doch die beiden waren mir mit zehn egal. Ich brauchte die Zeitschrift aus anderen Gründen. Ich musste wissen, wie es mit Penny Lukas weitergeht.

Wer war Penny Lukas?

Denn im Anschluss an meine (dann zeitweilig unterbrochene) Donald-Duck-Phase war Penny Lukas meine Heldin. Sie war auch eine Comic-Figur, aber wenigstens –  für mich zum damaligen Zeitpunkt sehr wichtig –  keine Ente. Und ihr passierten die spannendsten Sachen. Naja. Ich fand zumindest spannend, was ihr passierte. In dem Heft, das ich gefunden habe, verliebt sich z. B. ihre beste Freundin Babsi in einen Lehrer, Pennys Oma stirbt und Penny besucht ein Schulfest. Auf dem Babsi sich den Lehrer angeln will. Auch Pennys Schwarm Mick Tanner geht zum Schulfest. Und dann, ganz plötzlich, ist die Geschichte zu Ende. Bäm. Fortsetzung folgt … In der darauffolgenden Ausgabe.

Jetzt muss ich leider dumm sterben. Denn die Ausgabe der Folgewoche konnte ich nicht finden. Und wie ich es drehe und wende, mein Hirn erinnert sich nicht daran, wie die Geschichte weiterging. Genauso, wie es Penny Lukas vergessen hatte, bis ich die Zeitschrift wiederfand.

Warum das Gedächtnis einen manchmal im Stich lässt

Komisch eigentlich: Dass manche Kindheitshelden in Vergessenheit geraten, andere sich jedoch im Gedächtnis festsaugen wie Seehasen auf dem Meeresboden. Donald Duck und Co. jedenfalls habe ich nie vergessen, genauso wenig Bat- und Spiderman. Sogar Superman ist mir noch im Gedächtnis, obwohl ich ihn nie richtig mochte. Womöglich waren ihre Geschichten lustiger als die von Penny Lukas. Oder aber sie gefielen mir als Vorbild dann doch besser als P. L. (Was aus der Vorbildsache geworden ist? Reden wir über was anderes …) Vielleicht war mir Penny Lukas aber auch irgendwann peinlich, sodass ich sie absichtlich vergessen habe.

Die wahrscheinlichste Erklärung aber ist: Penny Lukas gibt es schon ziemlich lange nicht mehr, die anderen Comic-Helden hingegen dürfen noch heute Abenteuer erleben. Weshalb sie weiterhin präsent sind. Und mal ganz ehrlich? Das ist auch gut so. Denn so im Rückblick hoffe ich doch ganz stark, dass es nur die Irrungen der Vorpubertät waren, die mich die Geschichten vor fast 40 Jahren spannend finden ließen.

3 KOMMENTARE

  1. Cool. Leider habe ich keine Zeitschriften von damals, ist alles irgendwann im Müll gelandet. Ich habe mir in den 60ern von meinem Taschengeld Felix-Hefte gekauft, ich weiß nicht ob die noch jemand kennt.

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