Keine Macht den Arschlöchern!

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Die Welt ist zu schön, um sie den Arschlöchern zu überlassen.
Die Welt ist zu schön, um sie den Arschlöchern zu überlassen.

Genauso, wie es überall auf der Welt Arschlöcher gibt, gibt es überall nette, hilfsbereite Menschen. Das können alle bestätigen, die schon mal ein anderes Land besucht haben. Selbst diejenigen, die das Land, in dem sie geboren wurden, nie verlassen haben, werden den Satz unterschreiben. Denn ein Land, in dem nur Arschlöcher leben, gibt es nicht. Keine Landkarte, kein Globus verzeichnet Arschlochland.

Opfer sind in erster Linie Opfer

Unter den Menschen, die derzeit in Europa und in Deutschland Asyl suchen, sind zwar bestimmt ein paar Arschlöcher, doch die meisten von ihnen sind Opfer. Opfer von Krieg und Verfolgung. Opfer von Arschlöchern, die andere wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Meinung oder einfach nur so verfolgen. Sie kommen nicht nach Deutschland, weil das Wetter hier so schön ist oder einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen. Sondern weil Menschen in Deutschland eben nicht wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Meinung oder einfach nur so verfolgt werden. Weil sie hoffen, hier Schutz vor Krieg und Verfolgung zu finden.

Tja. Und dann treffen sie manchmal auf deutsche Arschlöcher, die sie beschimpfen, verfolgen, angreifen und im schlimmsten Fall sogar töten. Weil diese Arschlöcher sich davor fürchten, dass die Menschen, die Haus, Beruf, Ansehen und ganz oft auch Familie und Freunde aus Angst um ihr Leben in ihrer Heimat zurückgelassen haben, ihnen etwas wegnehmen könnten. Geld, Jobs, Sicherheit, Identität oder was auch immer.

Nicht schweigen, sondern aufstehen!

Zum Glück gibt es auch in Deutschland mehr nette, hilfsbereite Menschen als Arschlöcher (nennt mich naiv, aber ich glaube ganz fest daran). Menschen, die den Opfern von Krieg und Verfolgung beiseitestehen. Menschen, die den Arschlöchern aus Deutschland zeigen, dass sie ihr Verhalten nicht akzeptieren. Menschen, die wissen, dass genug für alle da ist und es mehr Freude macht zu teilen, als allein im Geldspeicher zu tauchen. Menschen, die vor Menschen aus anderen Ländern keine Angst haben, weil die ja auch nur Menschen sind. Menschen, die Menschlichkeit zeigen. Wenn wir alle zusammenhalten, haben die Arschlöcher keine Chance. Ganz egal, woher sie stammen.

Kleinigkeiten, die jede(r) gegen Arschlochverhalten tun kann

  • Äußert sich jemand (egal, ob im Familien- oder Bekanntenkreis oder öffentlich) abfällig über Menschen, die geflüchtet sind, fragt einfach mal nach, aus welchem Grund diese Person solche Bemerkungen macht und was sie selbst tun würde, lebte sie derzeit in Syrien oder einem anderen Kriegsland.
  • Fragt nach, wovor die Person Angst hat. Oft ist Angst der Auslöser für Arschlochverhalten. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigte, dass unter Einfluss von Angst und Unsicherheit allgemein die Empathie, also die Fähigkeit zum Mitfühlen leidet.
  • Hört die Person nicht auf, zeigt deutlich, dass ihr das Verhalten nicht akzeptiert. Zur Not hilft nur wegzugehen.
  • Schließt euch mit anderen zusammen, die ähnlich denken. Gemeinsam ist es oft einfacher, sich Arschlochverhalten entgegenzustellen.
  • Auf Birte Vogels Blog „Wie kann ich helfen?“ könnt ihr zudem nachsehen, wo Hilfe in eurer Region gebraucht wird.

Dieser Beitrag geht auf Susi Ackstallers Aktion „Blogger gegen Flüchtlingshass“ zurück, die sie auf ihrem Blog Texterella angestoßen hat.

Und falls auch ihr euch engagieren wollt, lege ich euch die Aktion „Blogger für Flüchtlinge“ ans Herz.

4 KOMMENTARE

  1. Im Moment zieht sich die Arschlochquote quer durch unseren engeren und weiteren Familienkreis und Freundeskreis. Ich finde den Gedanken ganz schrecklich, dass sich hier solche Fronten auftun. Und: Unsere Familie stammt nicht aus Sachsen. Unsere Familie ist aus Oberbayern!
    LG
    Sabiene

  2. […] Deshalb müssen wir – wie Birte Vogel es in ihrem bedenkenswerten Artikel auf ihrem Blog Thea sagt – über den Umgang mit Frauen und sexueller Gewalt in ganz Deutschland sprechen. Wir müssen über die Einstellung und das Verhalten von (manchen, nicht allen!) Männern (und auch manchen Frauen) gegenüber Frauen reden, wir müssen meiner Meinung nach jedoch genauso darüber reden, welchen Stellenwert Frauen in anderen Gesellschaften haben. Wir müssen darüber reden, wie wir Verhältnisse wie auf dem Tahrir-Platz in Ägypten in Deutschland verhindern können. Und nein: Ich werde jetzt ganz bestimmt nicht verallgemeinern und sagen, alle Männer der oder der Nationalität sind so oder so. Genauso wenig, wie ich sage, alle Menschen mit Segelohren können besser hören (manche können es, manche nicht – das liegt nicht an den Segelohren). Doch genauso wenig dürfen wir verschweigen, dass es überall Arschlöcher gibt, wie ich vor Kurzem schon einmal schrieb. […]

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