Jugendträume

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Wenn Jugendträume Wirklichkeit werden - mit 16 in Paris
Traum mit 16: Mit dem Fahrrad nach Paris. Check.

Ich erinnere mich noch gut: Als ich zwischen 16 und 25 Jahre alt war, da wollte ich die Welt verändern. Ich wollte alles oder, wie es zum geflügelten Wort unter meinen Freunden wurde: Ich wollte das Geld und die Katze (wir spielten damals gerade das Spiel „Kuhhandel“, und ich hatte das Prinzip des Schacherns nicht recht verstanden …).

Jetzt sind eine ganze Menge Jahre vergangen, und rückblickend habe ich zwar so manches erreicht, doch längst nicht alles.

  • Ich wollte beruflich schreiben. Check.
  • Ich wollte eine Familie. Check.
  • Ich wollte unabhängig sein. Check.
  • Ich wollte in einer Großstadt leben. Check. (Wer’s mir nicht glaubt: Ich habe fünf Jahre im Ruhrgebiet gelebt. Das sollte Großstadt genug sein.)
  • Ich wollte auf dem Land leben. Check.
  • Ich wollte Tiere haben. Check.

Was nicht geklappt hat

Und nun zu meinen Jugendträumen, aus denen nichts geworden ist:

  • Ich wollte Bundeskanzlerin werden. Die erste überhaupt.
  • Ich wollte mit Walen schwimmen und mit Robben röhren. Als Meeresbiologin.
  • Ich wollte Menschen den Bauch aufschneiden. Als Chirurgin.
  • Ich wollte die Welt verändern. Sie besser machen. Und weiß bislang noch nicht mal, ob mir das zumindest im Winzigkleinen gelungen ist oder ich vielleicht sogar das Gegenteil bewirkt habe.

Obwohl nicht alle Träume wahr geworden sind (vielleicht auch besser so, woher hätte ich die Zeit nehmen sollen, Bundeskanzlerin, Meeresbiologin und Chirurgin in Personalunion zu sein?): Schön waren sie –  die lauen Sommernächte, in denen wir unter freiem Himmel mit Blick auf die Sterne sinnierten, was wir alles besser machen wollten als unsere Eltern. Was haben wir geschimpft! Was haben wir geschwärmt!

Und wie ist das heute? Mit den Träumen?

Heute mache ich Unterschiede zwischen Träumen und Wünschen. Träume sind für mich die Dinge, auf die ich wenig Einfluss habe. Sprich: Ich kann das beste Buch schreiben, zu dem ich fähig bin, doch ob es ein Bestseller wird, darauf habe ich keinen Einfluss mehr. Jedenfalls dann nicht, wenn ich es in die Welt entlassen habe. Trotzdem kann ich von einem Bestseller träumen.

Ich kann auch davon träumen, irgendwann mal Enkel zu haben, doch die Entscheidung darüber treffe nicht ich. Genauso wenig weiß ich, ob ich zu dem Zeitpunkt noch lebe, zu dem sich meine Kinder für eigene Kinder entscheiden sollten.

Wünsche hingegen kann ich mir erfüllen. Wenn ich es wirklich möchte. Denn manchmal muss man dafür Mut aufbringen und etwas anderes aufgeben, was man lieb gewonnen hat. Oder aber ins kalte Wasser springen und etwas Neues wagen. Und ja, ich habe noch Wünsche.

  • Ich möchte das beste Buch schreiben, zu dem ich fähig bin.
  • Ich möchte noch viele interessante Menschen kennenlernen.
  • In einigen Jahren möchte ich gerne in der Nähe des Meeres leben. In einer Alten-WG. Mit abgetrennten Wohnungen, versteht sich. Aber auch mit Gemeinschaftsräumen und einem Ort, an dem man gemeinsam in den Himmel gucken und die Sterne betrachten kann.

Und ihr so?

 

 

4 KOMMENTARE

  1. Bundeskanzlerin wollte ich auch werden. Phu, meine Bilanz sieht aber auch sonst nicht so positiv aus. Wenig Checks. Wünsche habe ich natürlich noch viele, auch Träume. Und ich hoffe, das bleibt so, obwohl noch einige Checks dazukommen. Schönes Foto!

  2. Tja, die Träume von früher … bei mir war es so, dass ich mir viele erfüllte, aber dann feststellen musste, dass ich sie nur vermeintlich wünschte. Aber um das herauszufinden, musste ich sie mir erstmal erfüllen. Nun bin ich weit weg von meinen damaligen Wünschen, aber bin endlich angekommen und glücklich. Und das … war ein Wunsch, den ich mir jetzt damit erfüllen konnte. 🙂

    Schöne Gedanken und Foto!

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