50? Jetzt schon?

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Die Zahl 50 - lila auf grünem Grund

Einige der in den Sechzigern Geborenen haben ihn bereits hinter sich, anderen steht er in nicht allzu ferner Zukunft bevor: der 50. Geburtstag. Noch vor einigen Jahren war dieses Datum unvorstellbar weit weg. 1992 beispielsweise, das Jahr, in dem Reinhard Mey sein Lied „50! Was, jetzt schon?“ herausbrachte. Damals war ich gerade 27 – und konnte nur schwer nachvollziehen, worüber Reinhard Mey dort sang. Tja, und jetzt? Jetzt kommt mir der Text dieses Liedes wieder in den Sinn.

Vor allem an die Zeile

Nun, auch ein großer Optimist weiß, dass dies nicht die Halbzeit ist

denke ich umso häufiger, je näher das „magische Datum“ rückt.

Stimmt ja auch. 100 werden nur die wenigsten von uns. Andererseits: Möchte man überhaupt so alt werden? Diese Frage kann jeder nur für sich selbst beantworten. Eine ganze Reihe Gleichaltriger würde sie vermutlich bejahen, jedoch nur unter der Voraussetzung, bis dahin halbwegs fit zu bleiben – vor allem im Kopf. Andere hingegen fürchten sich womöglich, im hohen Alter so wie das letzte Einhorn dazustehen: allein und als ein Relikt aus einer anderen Zeit.

Okay, okay, mit 50 muss man noch nicht an seinen 100. Geburtstag denken. Das ist ja wohl mal klar. Schließlich müssen die meisten von uns von ihrem 50. Geburtstag an noch 17 Jahre bis zur Rente arbeiten. Außerdem fühlen sich viele nicht wie 50 (auch das besingt Reinhard Mey in seinem Lied übrigens). Viele wollen sogar noch länger im Arbeitsleben stehen, manche kommen aus finanziellen Gründen auch nicht drumrum. Und 17 Jahre sind auch kein Pappenstiel, sondern ein großer Teil des Erwerbslebens.

Leider sehen das noch immer Arbeitgeber nicht so. Es gibt immer noch welche, die 50-Jährige bereits zum alten Eisen zählen. Übrigens auch solche, die genauso alt sind. Aber alt sind ja immer nur die anderen. Doch heute sind viele mit 50 noch so fit und leistungsfähig wie die 35- bis 40-Jährigen vor 60 Jahren.

Nicht wenige fangen im Alter von 50 Jahren mit einer neuen Sportart an, andere laufen jetzt ihren ersten Marathon, wiederum andere gründen noch Familien (Männer) und Unternehmen (Frauen und Männer). Man muss zwar nicht dem Jugendwahn hinterhecheln und Statements wie „50 ist das neue 30“ von sich geben, doch können all diejenigen, die jetzt um die 30, 40 oder jünger sind, es ruhig glauben: Man fühlt sich mit 50 nicht alt. Doch wahrscheinlich muss man erst in dies Alter kommen, um es am eigenen Leib zu erleben.

Vielleicht geht es uns mit 70 ja genauso. Reinhard Mey jedenfalls wird in diesem Jahr 72 Jahre und geht immer noch auf Tournee. Beneidenswert.

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